Worum gehts hier? (alt)

Das stimmt alles nicht mehr - aber das ist so schön naiv geschriebn, dass ich es nicht wegwerfen mag. Außerdem liest es eh keiner.

Klicken für eine größere Version!Einen Blog zu haben ist heute nichts besonderes mehr. Eine Menge dieser Online-Tagebücher sind voller Pubertätserfahrungen frustrierter Teenager, voll von Nerd-Zeug oder sonstwie unappetitlich. Okay, pubertäre Partygeschichten finden sich hier auch, ebenso wie vereinzelte nerdige Spielereien. Trotzdem ist dieser Blog nicht so wie all die anderen. Zumindest nicht ganz. Ich habe nämlich einen Anlass, meine unbedeutenden Erlebnisse hier auszubreiten: Ein EVS in Lettland. Da aber nicht jeder weiß, was genau das ist und warum ich das mache, gewähre ich hier einen kleinen Blick hinter die Kulissen.

Wer steckt dahinter?
Schaut ins Impressum. Und ja, das auf dem Bild bin auch ich. Der Rest der biographischen Daten: Jetzt 19 Jahre alt, bisher als Schüler in Erscheinung getreten und seit September Freiwilliger. Ach ja, meine Wiege stand in Deutschland, in einer idyllischen Schlafstadt namens Schwarzenbek, verkehrsgünstig vor den Toren Hamburgs gelegen.
Was machst du?
Wie gesagt bin ich EVS-Freiwilliger in Lettland. Ich arbeite in Riga in einer NGO (=Nichtregierungsorganisation) namens Meridians Plus, die sich als Zentrum zur Unterstützung anderer NGOs versteht. Nehmt das alles nicht so wörtlich, immerhin bin ich hier in Lettland. Tagsüber sitze ich hier im Büro (das lustigerweise der Zentrumspartei gehört und sich im Landwirtschaftsministerium befindet) und organisiere derzeit ein multinationales Austauschprojekt, das wohl im August stattfinden wird. Wenn denn alles wie geplant abläuft…
Was ist ein EVS?
EVS steht für “European Voluntary Service” und ist in Deutschland auch als EFD, also Europäischer Freiwilligendienst, bekannt. Manch einer würde das mit einem FSJ/FÖJ im Ausland oder einem ADiA vergleichen, aber letztlich ist es was ganz anderes. Die Erstgenannten sind nämlich Programme nach deutschem Recht, die in der ganzen Welt stattfinden können und auch als Kriegsersatzdienst taugen. Das EVS dagegen ist ein Programm der EU-Kommission und daher auf EU-Länder bzw. assoziierte Staaten begrenzt. Es gilt auch nicht als Kriegsersatzdienst. Okay, im Ergebnis kommt was ziemlich ähnliches dabei raus: Man arbeitet eine längere Zeit im sozialen, ökologischen oder politischen Sektor im Ausland. Das EVS ist aber besser bezahlt, zumindest als ein ADiA. Weitere Infos über EVS gibts hier: EVS-Informationen
Und warum das Ganze?
Ich hab dreizehn Jahre lang die Schulbank gedrückt. Mit Blick auf die heutige Arbeitsmarktsituation werde ich den Rest meines Lebens lang nicht mehr so lange in einer Anstellung sein. Um also nicht ganz einzurosten, um nicht übergangslos an die Universität zu wechseln und da noch ein paar Jahre weiterzulernen, hab ich irgendeine Möglichkeit gesucht, auszubrechen. Irgendetwas sinnvolles sollte es sein, am besten im Ausland. Und da ich für kriegsdienstuntauglich (*hust*) befunden wurde, hatte ich sogar die Zeit dazu. Irgendwann bin ich dann auf den EFD gestoßen. Dass es mich allerdings nach Lettland verschlagen hat, war Schicksal - und die äußerst interessante Beschreibung meines Projektes.

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