Lang und gerade

8. September 2008 - 3:59 (124) Uhr

Wenn ich in fremden Ländern mit dem Auto unterwegs bin, endet das immer in einer Katastrophe. Eine lettische erwähnte ich hier schonmal (der darin versprochene Samstag schlummert allerdings noch unvollendet in den Entwürfen). Außerdem wären da noch blutverschmierte Polizisten um ein Uhr nachts, Blitzertickets aus Amsterdem, eine zigstündige Odyssee durch Paris oder eine 700$-Rechnung aus New York - allesamt faszinierende Geschichten, die ich bei einem Bier nur zu gern erzähle. Und allesamt Beleg für die eingangs aufgestellte These. Der jetzt der schwarze Schwan des induktiven Vorgehens begegnet ist:

Eine völlig ereignislose Ausfahrt. Unter schlimmsten Voraussetzungen: Ein amerikanischer Mietwagen, nur Frauen zum Navigieren und ein so weites Land, dass nach Adam Riese eine mindestens zweieinhalbjährige Irrfahrt durch das Nirgendwo fällig gewesen wäre. Passiert ist nichts. Eine lange Fahrt auf unfassbar geraden (siehe Karte) Straßen mit selten mehr als 100km/h. Ein Besuch im historischen Mennoniten-Dorf. Ein Fußbad im Lake Falcon. Nichts, aber auch gar nichts, was eine gute Kneipenkonversationsgeschichte hergibt.

Außer… ja, außer man schmückt die paar Meter innerhalb der Stadt kräftig aus, in denen das Auto mit sieben Personen besetzt war. Aber auch da hat die Polizei den Wagen neben unserem angehalten. Langweilig.

Verwandte Beiträge:

Kommentieren » | Gemacht, Winnipeg

You goddamn fucking asshole

4. April 2008 - 11:33 (439) Uhr


Diese engelsgleiche Gedudld! Diese Coolness, mit der er ”If you don’t pick this up, I’ll fine you for littering” sagt. Un-fucking-fassbar!

(Via)

Verwandte Beiträge:

Kommentieren » | Rest der Welt, Vernetzt

Rassistencops in der Lüneburger Heide

29. Oktober 2007 - 11:31 (980) Uhr

Und nicht nur die Ordnungshüter, auch die manche Dörfler sind ziemlich eindeutig unangenehme Rassisten:
Da fährt ein Pärchen, nennen wir sie der Einfachheit halber Omar und Kathrin, in die Flitterwochen. Die Lüneburger Heide haben sie sich ausgesucht, ist schließlich schön und ruhig da. Und weil die Hochzeitsfeier etwas länger dauert, kommen die beiden erst abends in ihrem Ferienhaus an. Ohne Auto, denn die Dinger sind teuer und für ein frischvermähltes Paar oft entsprechend schwer zu finanzieren (ich kann mir meinen Piratenwagen auch nicht leisten, das ist aber eine längere Geschichte). Das war wohl genug für irgendjemanden in diesem Dorf, bei der Polizei anzurufen und vor potentiellen Terroristen zu warnen: Zwei orientalisch aussehende Menschen! Musel! Die müssen Dreck am Stecken haben!

Und was macht unsere Polizei? Das:

Omar rief unterdessen “Einen Augenblick, bitte” in Richtung Tür und schaute durch den Vorhang der vor der Glastür hing. “Polizei, bitte aufmachen” rief es von draußen. Omar schloss die Tür auf und öffnete die Tür, als die Polizei auch schon in das Haus stürmte. Omar hielt einen Arm vor die Tür mit der Bitte “Einen Augenblick, meine Frau zieht sich grade an”. Ein großer Polizist in schusssicherer Kleidung drückte seinen Arm weg und ein älterer grauhaariger Herr (der befehlsführende Beamte) hielt Omar seine Dienstmarke vor das Gesicht. Der große und zwei andere Beamte preschten in der Zeit voran in das Haus. Der ältere Herr kam mit Omar in den Wohnraum. In der Zeit hatte ich es noch geschafft, mich anzuziehen und ging auf den Beamten zu und streckte ihm meine Hand zur Begrüßung entgegen, was aber nicht erwidert wurde. Omar und ich mussten uns dann hinsetzen aufs Sofa, während das Haus durchsucht wurde. Mindestens zwei Beamte gingen nach oben in die Schlafzimmer und kamen nach einer halben Minute wieder nach unten. Ein Beamter schaute sich die Walsroder Tageszeitung an, die auf einem Tisch lag. Wir hatten sie am selben Tag in einem nahegelegenen Dorf gekauft. Wir können uns beide nicht erinnern, dass das Badezimmer durchsucht wurde.

Mich grausts. Das ist es, wovor ich Angst habe. Das ist es, was ich mit Sicherheitswahn meine. Das ist es, was mich zu meinem Engagement für die [http://www.piratenpartei.de](Piratenpartei) bewegt hat. Miese Rassisten, Staatsgewaltträger außer Rand und Band, Grundrechte als Fußabtreter. Ich bin sauer, ziemlich sogar. Omar und Kathrin haben daraufhin ihre Flitterwochen abgebrochen. Und eine Entschuldigung, gar eine pekuniäre, wie maloXP sie sich wünscht, wird es nicht geben. Nicht hier. Hierzulande werden solche Leute belohnt.

Abgezogen sind die acht Bull…ähm Einsatzkräfte übrigens mit folgendem Spruch:

“Leider haben wir tatsächlich ein Paar in ihren Flitterwochen gestört”

Die beiden haben die Geschichte übrigens selbst aufgeschrieben:
Omar
Kathrin

Verwandte Beiträge:

6 Kommentare » | Dreck, Schäublismen