Jubiläum

18. September 2008 - 10:46 (907) Uhr

Heute bin ich einen Monat hier. Meine Postingfrequenz hat sich nicht wesentlich erhöht, mein Schlafmangel dagegen erreicht gerade irrwitzige Höhen. Und das aus den ganz falschen Gründen: Lernen. Lesen. Schreiben. Nicht Bands sehen, Bier ausprobieren, feiern.

 

Verrauschte nächtliche University of Winnipeg. Bildseite: http://www.23hq.com/zimmerpflanze/photo/3449564

Verrauschte nächtliche University of Winnipeg. (Bildseite: http://www.23hq.com/zimmerpflanze/photo/3449564)

Das alles hat den unangenehmen Beigeschmack von Nutzlosigkeit. Die Betreuung hier ist besser - um Welten - als in Duisburg, wahrscheinlich Deutschland insgesamt. Der Unterricht ist interessanter. Das ganze System trifft den Kompromiss aus Verschulung und freier Bildung viel besser. Aber trotzdem: Das akademische, wissenschaftliche Niveau hier ist durchgehend niedriger. Das sorgt zwar für interessante (und massenhaft anfallende) Lektüre direkt von den Bestsellerlisten. Aber die ist eben nicht wissenschaftlich, argumentiert und belegt nicht, wie es wissenschaftliche Literatur tut.

 

Downtown Winnipeg. Der öde Part. Bildseite: http://www.23hq.com/zimmerpflanze/photo/3449571

Downtown Winnipeg. Der öde Part. (Bildseite: http://www.23hq.com/zimmerpflanze/photo/3449571)

Die Stadt hat es mir immer noch angetan, fühlt sich beinahe schon etwas heimisch an. Natürlich hat Winnipeg nicht die imposante Schönheit von Riga und wird es mir viel schwerer machen, hier ein vernünftiges Reiseprogramm auf die Beine zu stellen. Aber die Stadt hat ihren Charme. The Peg hat eine eigene Magie - man muss sich nur drauf einlassen. Aber das erwähnte ich ja schon. Und dann ist da noch die Musik.

Novillero bei der A Little Tradition-Releaseparty im Pyramid. Bildseite: http://www.23hq.com/zimmerpflanze/photo/3449612

Novillero bei der "A Little Tradition"-Releaseparty im Pyramid. (Bildseite: http://www.23hq.com/zimmerpflanze/photo/3449611)

Klasse. Ich erwähnte schon, wie großartig die Szene hier ist. Ich erwähnte auch schon, wie sehr ich mich auf Novillero freue. Und: Meine Erwartungen wurden übertroffen. Eines der besten Konzerte, die ich seit langem besucht habe.

Übertroffene Erwartungen scheinen hier Programm zu sein. Drückt mir die Daumen, dass das so bleibt.

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Unterkunft (2)

14. September 2008 - 1:32 (022) Uhr

Nach dem Klick rundum und noch sauberer zusammengefügt:

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Unterkunft

12. September 2008 - 4:58 (165) Uhr

Vorgestern ist etwas großartiges passiert: Das Ladegerät für meinen Kamera-Akku ist angekommen! Großartiger Anlass, um mal etwas herumzuspielen und euch zu zeigen, wo ich denn wohne. Tada:

 
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(Das ist nicht ganz 360° und auch ansonsten sehr improvisiert - wird bei Gelegenheit gegen etwas besseres ausgetauscht). Falls Quicktime auf eurem Rechner fehlt, könnt ihr es herunterladen oder das ganze einfach als Bild anschauen:

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Lang und gerade

8. September 2008 - 3:59 (124) Uhr

Wenn ich in fremden Ländern mit dem Auto unterwegs bin, endet das immer in einer Katastrophe. Eine lettische erwähnte ich hier schonmal (der darin versprochene Samstag schlummert allerdings noch unvollendet in den Entwürfen). Außerdem wären da noch blutverschmierte Polizisten um ein Uhr nachts, Blitzertickets aus Amsterdem, eine zigstündige Odyssee durch Paris oder eine 700$-Rechnung aus New York - allesamt faszinierende Geschichten, die ich bei einem Bier nur zu gern erzähle. Und allesamt Beleg für die eingangs aufgestellte These. Der jetzt der schwarze Schwan des induktiven Vorgehens begegnet ist:

Eine völlig ereignislose Ausfahrt. Unter schlimmsten Voraussetzungen: Ein amerikanischer Mietwagen, nur Frauen zum Navigieren und ein so weites Land, dass nach Adam Riese eine mindestens zweieinhalbjährige Irrfahrt durch das Nirgendwo fällig gewesen wäre. Passiert ist nichts. Eine lange Fahrt auf unfassbar geraden (siehe Karte) Straßen mit selten mehr als 100km/h. Ein Besuch im historischen Mennoniten-Dorf. Ein Fußbad im Lake Falcon. Nichts, aber auch gar nichts, was eine gute Kneipenkonversationsgeschichte hergibt.

Außer… ja, außer man schmückt die paar Meter innerhalb der Stadt kräftig aus, in denen das Auto mit sieben Personen besetzt war. Aber auch da hat die Polizei den Wagen neben unserem angehalten. Langweilig.

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Mein Winnipeg

26. August 2008 - 8:27 (811) Uhr

Filmexperten kennen Guy Maddin. Ich nicht. Ich hatte nur das große Glück, gestern seinen jüngsten Film im Kino sehen zu können: My Winnipeg. Ein Film so absurd und witzig, dass ich aus dem Lachen - oder besser: dem profanen Lachen weit überlegenen Schmunzeln - nicht herauskam. Eine Liebeserklärung voller Abscheu an diese schlafwandelnde Stadt an den Forks unter den Forks, die jeder verlassen will und die doch niemanden gehen lässt. Wundervoll. Und so lehrreich! Nichts wusste ich über gestapelte Schwimmbäder und Flussmündungen, Schlafwandler, Magnetisten, Seancen, 90-jährige Eishockeyspieler und hermaphroditische Straßen. Laut taz lief der Film auch auf der Berlinale - dort gibt es übrigens auch eine tiefergehende Rezension. Von Leuten, die Guy Maddin kennen.

Für mich viel bedeutender: Ich bin gerade dabei, mich in diese Stadt zu verlieben. Nicht die Art ungestümer, von Aufbruchsgeilheit und Lust am Risiko geprägter Liebe, wie jene zu Riga. Eher nachhaltiger. Westlicher. Kanadischer.

Trailer nach dem Sprung!

 
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Yin und Yang

22. August 2008 - 10:42 (904) Uhr

Gut ist: Ich habe eine Bleibe gefunden. Eine ziemlich coole sogar.
Schlecht ist: Ich hasse Jetlag. Und habe sowas.

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Dresscode 2

22. August 2008 - 10:32 (897) Uhr

Die sind besessen hier. Selbst irgendein T-Shirt von der Stange ist Anlass genug für ein Verhör. Zwischen Druckern und Handyvertägen bei Staples.

Oder ist das einfach Freundlichkeit?

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Dresscode

21. August 2008 - 5:04 (169) Uhr

Es gibt Erfahrungen, von denen man gar nicht weiß, dass man sie mal machen sollte. Man weiß vielleicht nicht einmal, dass es Erfahrungen sind, bis man sie dann gemacht hat. Mit einem ungewöhnlichen T-Shirt durch Winnipeg zu laufen ist eine davon. Ich trug gestern eines, das im Stil des Subway-Logos (Subway-Eat Fresh) den Schriftzug “Zombie-Eat flesh” trägt. Was man darin so erlebt, ist wirklich höchst interessant. Da ist die hübsche angehende Kommilitonin, die mir im Vorübergehen ein “Nice shirt!” zurief, mit Abstand am wenigsten überraschend. Vergleichbar erfreulich wie Komplimente von wildfremden Frauen sind etwa die Gratis-Rationen, mit denen einem Fast-Food-Verkaeufer dafür danken, dass man erklärt, was ein Zombie ist während man auf seine Chicken Wings wartet. Und damit sind wir dann beim wirklich merkwürdigen Teil: Der leicht verwirrten Frau, die mich auf der Straße anhielt, um mir zu erklären, dass Zombie soviel wie apathisch bedeutet. Und nicht müde wird, das zu wiederholen, bis sie einen Bus anhält und davonspurtet. Als ich danach dann noch auf in einem eher heruntergekommenen Straßenzug von einer, nun ja, dubiosen Gestalt auf einen Drink eingeladen (um eine Einladung angehauen? Wer weiß..) wurde, war meine Entscheidung klar: Nur noch bei akuter Einsamkeit mit dem Shirt vor die Tür. Alles andere ist zu anstrengend.

Ich habe übrigens ausgeschlagen.

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