Kategorie: Lettland und EVS


Langsam…

10. Juli 2006 - 3:05 (587) Uhr

Langsam sollte ich hier ein Fazit ziehen. Aber ich will gar nicht weg, bin doch gerade erst angekommen. Und welche Stadt kommt danach? Ich würde mich schämen, von Bamberg ins Grab gebracht zu werden. Drückt mir die Daumen für Berlin, bitte.

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Überlebt: Turin

10. Juli 2006 - 2:48 (575) Uhr

Dieses Blog heißt this city will kill me und bisher hab ich auch gedacht, dass sich diese Vorhersage bewahrheiten würde. Besonders, als ich die Domain registriert habe. Da waren nämlich noch alle da. Und jetzt bekomm ich so langsam zweifel daran. Ich bin nämlich selbst bald nicht mehr da. Freitag, 11:40 Uhr, geht mein Flieger gen Heimat - und ich lebe noch. Aber vor allem war ich mir sicher, dass Riga die Stadt sein würde, in der Unkraut letztlich doch vergeht. Und jetzt war Turin so verdammt dicht dran. Turin, die italienische Industriestadt und nicht Riga, die kleine, baltische Metropole, die niemals schläft und auf ihre liebenswürdige Art ganz groß ist.

In Turin habe ich nämlich einen schweren Fehler begangen. Ich habe mir das WM-Halbfinale Italien-Deutschland angeschaut. Vor der Großleinwand im Zentrum, allein unter 20.000 Italienern. Naja, nicht ganz allein, Rita hat auch Elefantentränen für Deutschland vergossen. Trotzdem bleibt da zwischen uns und dem Rest noch der durchaus beträchtliche Faktor zehntausend. Und der besagt vor allem eines: Das war eine ganz, ganz schlechte Idee. Fahre niemals ins Land deines Fußballgegners, um dir dort das Spiel anzuschauen. Vor allem nicht, wenn deine Mannschaft zufällig auch noch die Deutsche ist, die Weltmeisterschaft auch dort stattfindet und der Fußballgegner Italien heißt und aufgrund eines kleinen Ligaskandälchens gerade versucht, mit der Nationalmannschaft das gebrochene Fußballego wieder aufzurichten. Das trägt nämlich alles nicht zu einer freundlichen Atmosphäre bei. Da fliegen dann Flaschen gen Leinwand - und zwar nicht nur bei Übertragungsstörungen - und gereckte Mittelfinger zur deutschen Elf. Da hallen Sprechchöre, die ich trotz meiner beschränkten Italienischkenntnisse ansatzweise verstehe. Sprechchöre, die nicht für das italienische Team jubeln, das fast nie (Allessandr Del Pieros Ballkontakte bildeten hier eine rühmliche Ausnahme), aber dafür umso ausführlicher auf das gegnerische Team schimpfen. Da wird man von den Austausch-Teamleadern beinahe schon grob umquartiert weil die ja italienisch können und deshalb verstehen, was hinter uns gesprochen wurde. Und das war offensichtlich nicht unbedingt wohlwollend. Und das schlimmste: Da steht man 120 Minuten fast schweigend da, flüstert nur untereinander und unterdrückt jede Emotionsäußerung. Kein Jubeln, kein Schreien, kein Springen, nur Stille inmitten von italienischen Flaggen und Schlachtgebrüll. Das tut physisch weh, das zerrüttet - so pathetisch das auch klingen mag. Dagegen treten die vier verlorenen Wetten in den Hintergrund, da singt man fast gern die italienische Nationalhymne vor versammelter Mannschaft, wenn man das nur nie wieder mitmachen muss. Die blanke Verzweiflung am Ende, als das völlig unnötige 2:0 jedliche Hoffnung auf ein typisch dummes, deutsches Wunder vernichtet. Als man inmitten von unvorstellbarem, befreiten Jubel, bespritzt von Sektduschen immer noch nicht fassen kann. Als zwar die Anspannung, die permanente Fluchtbereitschaft abfällt, eigentlich befreiend, aber nicht, wenn an ihre Stelle nur Unglauben tritt.

Nach dem Spiel war ich jedenfalls küger, verdammt geladen, wütend -nicht auf Italiener oder Deutsche, einfach nur so, ziellos, frustriert- und bemüht, ein guter Verlierer zu sein. Hab natürlich geflucht, geschimpft, gebrüllt, was der deutsche Wortschatz so hingibt, aber gleichzeitig versucht, mich mit den Italienern zu freuen. Sie haben es sich ja auch verdient, haben besser gespielt und überhaupt, wenn zuhause alles vor die Hunde geht, soll man denen den Triumph außerhalb doch gönnen. Ist mir aber nicht wirklich gelungen. Und die “Germania merda!”- und “Il Tedescholi e bastardo!”-Rufe waren da auch nicht wirklich förderlich.

Obwohl diese zwei Stunden für mich immer die Erinnerungen an diesen Austausch prägen werden, war das natürlich nicht alles. Da waren noch jede Menge Pasta, gutes italienisches Eis, interessante Leute und sogar ein wenig Arbeit mit durchaus interessanten Ergebnissen. Aber im Ernst: Das verblasst jetzt schon.

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Abmeldung

26. Juni 2006 - 1:26 (518) Uhr

Bitte notieren: Carsten ist von morgen früh bis zum 08.07. in Turin, Italien. “Youth Participation” wird das Thema sein.

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Hach, wie schön…

21. Juni 2006 - 9:40 (361) Uhr

Ja, das ist es! Das ist mein Land das Land, indem ich gerade bin! Ist es nicht schön?

Wollte das jedenfalls schon ewig mal zeigen und habs heute bei YouTube gefunden.

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Drei..

20. Juni 2006 - 6:58 (748) Uhr

Fußball-Beiträge heute. Naja, man möge mir verzeihen - das liegt bestimmt an der Hitze. Hier ist nämlich gerade der lupenreine Sommer ausgebrochen mit Temperaturen auf tot-überm-Zaun-hängen-Niveau und soviel Sonne, dass selbst ich langsam Farbe bekomme (rot) und mich direkt genötigt fühle, meine Vormittage am Strand zu verbringen. Nur das Wasser ist mit ca. 14° noch recht frostig, aber das dürfte sich auch bald bessern.

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Liveticker

20. Juni 2006 - 4:37 (650) Uhr

In der echten Welt ist Fußball und ich muss hier in diesem stickigen Computerraum sitzen. Naja, dafür gibts ja Liveticker.

1:0 übrigens gerade. Und es liest sich wie ein Hammerspiel. Schöne Scheiße.

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Drei Stunden

19. Juni 2006 - 6:48 (742) Uhr

Also ditte war ein Wochenende, ich muss sagen…
Ihr merkt schon: Onkel Carsten erzählt eine Geschichte, also hinsetzen und zuhören!
Eigentlich fing das alles ganz unspektakulär am Freitag an. Freitags muss ich hier nicht den Internetheini für die Kinder spielen, da meine Schule ja zum Teil auch ein Internat ist und die Internetkinder zumeist auch Internatskinder sind, die aber am Wochenende lieber zu Mami und Papi heimfahren. Folglich komm ich Freitags früher aus dieser sympathischen Irrenanstalt raus. Drei oder vier Uhr statt acht, würd ich sagen. Und was macht man in Jurmala bei dem Wetter um die Zeit? Richtig! Es geht an den Strand! Natürlich vergisst man über so faszinierende Aktivitäten wie Zwei gegen Einen-Fußballspielen irgendwann die Zeit und damit auch die Party-Einladung für denselben Abend. Irgendwann, schon beim Aufbruch, stellte ich jedenfalls die schüchterne Frage nach der Uhrzeit. Oh Schreck! Halb acht! Gerade eine halbe Stunde hatte ich noch, um nach Riga in die Wohnung von Giulia und Rita zu kommen. Unmöglich, versteht sich - in der Zeit hätte ich es nicht einmal ins Zentrum geschafft. Aber wer meine Auffassung von deutscher Pünktlichkeit kennt, den wird es nicht überraschen, dass ich höchstens einen klitzekleinen, kaum messbaren Anflug von schlechtem Gewissen hatte, obwohl ich um zwei Stunden verspätet war.
Wie dem auch sei, ich hatte in ein Wespennest, besser: Italienernest, gestochen. Gleich vier davon auf einen Haufen ergab vor allem zweierlei: Lustige Schuldzuweisungen beim Mafia-Spielen und gutes Essen. Und, ehe ich es vergesse, eine dem Verzweifeln nahe Rita.
Nach einigen Navigationsanstrengen stießen dann sogar noch Kasiic (der hier, glaube ich, sogar schon Erwähnung gefunden hat. Viel früher…) und Fabian zu uns und irgendwann, spät in der Nacht, stand einer Minderheit dann der Sinn nach french bar. Genaugenommen waren es Rita, Fabian und meiner Einer, die dort dann für die letzten anderthalb Stunden auftauchten. Wiederum alles wie üblich: Vor Ort trifft man auf die üblichen Verdächtigen, trinkt das übliche Bier und findet sich auf den üblichen lächerlichen Fotos wieder (diesmal zu dritt auf dem Fenstersims). Erst danach geriet irgendwie alles aus den Fugen.

Da standen Rita und ich als einzig Verbliebene dann gegen fünf Uhr morgens vor der Tür zur french bar und stellten uns die Frage aller Fragen: Was tun? Wir kamen dann zu der Entscheidung Uns fiel letztlich nichts besseres ein, als Jannik vom Flughafen abzuholen. Der Gutste hatte nämlich in Deutschland ein WM-Spiel besucht und sollte irgendwann morgens wiederkommen. Gegen 6:30 waren wir dann am RIX - und sahen, dass sein Flieger um 9:30 landet. Sage und schreibe drei Stunden Wartezeit also. Naja, warum nicht? Man hat ja nichts besseres vor, so am frühen Samstag Morgen.

Ihr werdet fragen: Was tut man drei Stunden lang an einem Samstag morgen in einem quasi noch schlafenden Flughafen? Ich kann euch da leider auch nicht weiterhelfen. “Nichts” wäre schließlich keine befriedigende Antwort. Dafür aber zutreffend. Irgendwann trudelte dann Jannik ein, ganze 15 Minuten zu früh sogar! Völlig verdattert die Frage: “Was macht ihr denn hier? Ihr wartet doch auf wen anders, oder?”. Das nachdrückliche “Nein” verwirrte ihn dann noch mehr. So sehr, dass er um 11 Uhr zwei Flaschen Sekt kaufte und uns zu ihm einlud.

Die Flaschen haben er und ich dann letztlich allein geleert. Und ich hatte nicht mehr die Disziplin, wie geplant am selben Tag noch an den Strand zu gehen. Merkwürdig.

PS: Sollten in diesem Text zuviele neue Namen auftauchen, schiebts einfach meiner Faulheit zu. Dis passt dann scho’.

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Gulp

16. Juni 2006 - 12:33 (481) Uhr

Heute ist der 16.

Am 14. gehts nach Hause. Drückt mir die Daumen, dass das nächste Kapitel dann “Berlin” heißt. Bamberg, Mannheim, Duisburg oder Marburg klingen nämlich nicht so nach den Killerstädten.

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