26. August 2008 - 8:27 (811) Uhr
Filmexperten kennen Guy Maddin. Ich nicht. Ich hatte nur das große Glück, gestern seinen jüngsten Film im Kino sehen zu können: My Winnipeg. Ein Film so absurd und witzig, dass ich aus dem Lachen - oder besser: dem profanen Lachen weit überlegenen Schmunzeln - nicht herauskam. Eine Liebeserklärung voller Abscheu an diese schlafwandelnde Stadt an den Forks unter den Forks, die jeder verlassen will und die doch niemanden gehen lässt. Wundervoll. Und so lehrreich! Nichts wusste ich über gestapelte Schwimmbäder und Flussmündungen, Schlafwandler, Magnetisten, Seancen, 90-jährige Eishockeyspieler und hermaphroditische Straßen. Laut taz lief der Film auch auf der Berlinale - dort gibt es übrigens auch eine tiefergehende Rezension. Von Leuten, die Guy Maddin kennen.
Für mich viel bedeutender: Ich bin gerade dabei, mich in diese Stadt zu verlieben. Nicht die Art ungestümer, von Aufbruchsgeilheit und Lust am Risiko geprägter Liebe, wie jene zu Riga. Eher nachhaltiger. Westlicher. Kanadischer.
Trailer nach dem Sprung!

Guy Maddin: My Winnipeg:
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1 Kommentar » | Gemacht, Ich sach mal, Winnipeg
24. August 2008 - 11:17 (928) Uhr
Spam wird witzig. Zeit, den Filter abzuschalten?
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24. August 2008 - 1:09 (006) Uhr
Nicht nur mit T-Shirts haben es die Kanadier, auch Umlaute haben es ihnen angetan. Wer hier was auf sich hält und international wirken will, stattet seinen Firmennamen mit Umlauten aus. Heraus kommt dabei dann sowas wie Yogen Früz oder Hüman Bean.
Was ich auch im Bilde dokumentieren würde, gäbe es da nicht diese andere kanadische Obsession, keine Casio-Ladegeräte zu verkaufen.
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22. August 2008 - 11:15 (927) Uhr
Fragte gestern der freundliche Brite im Pub in der Jugendherberge. Und wie die facebooken! Gestern abend getrunken, heute eine Kontaktanfrage von jedem. Plus Fotos online. Fuck, sind die schnell.
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22. August 2008 - 10:42 (904) Uhr
Gut ist: Ich habe eine Bleibe gefunden. Eine ziemlich coole sogar.
Schlecht ist: Ich hasse Jetlag. Und habe sowas.
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22. August 2008 - 10:32 (897) Uhr
Die sind besessen hier. Selbst irgendein T-Shirt von der Stange ist Anlass genug für ein Verhör. Zwischen Druckern und Handyvertägen bei Staples.
Oder ist das einfach Freundlichkeit?
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Kommentieren » | Winnipeg
21. August 2008 - 5:04 (169) Uhr
Es gibt Erfahrungen, von denen man gar nicht weiß, dass man sie mal machen sollte. Man weiß vielleicht nicht einmal, dass es Erfahrungen sind, bis man sie dann gemacht hat. Mit einem ungewöhnlichen T-Shirt durch Winnipeg zu laufen ist eine davon. Ich trug gestern eines, das im Stil des Subway-Logos (Subway-Eat Fresh) den Schriftzug “Zombie-Eat flesh” trägt. Was man darin so erlebt, ist wirklich höchst interessant. Da ist die hübsche angehende Kommilitonin, die mir im Vorübergehen ein “Nice shirt!” zurief, mit Abstand am wenigsten überraschend. Vergleichbar erfreulich wie Komplimente von wildfremden Frauen sind etwa die Gratis-Rationen, mit denen einem Fast-Food-Verkaeufer dafür danken, dass man erklärt, was ein Zombie ist während man auf seine Chicken Wings wartet. Und damit sind wir dann beim wirklich merkwürdigen Teil: Der leicht verwirrten Frau, die mich auf der Straße anhielt, um mir zu erklären, dass Zombie soviel wie apathisch bedeutet. Und nicht müde wird, das zu wiederholen, bis sie einen Bus anhält und davonspurtet. Als ich danach dann noch auf in einem eher heruntergekommenen Straßenzug von einer, nun ja, dubiosen Gestalt auf einen Drink eingeladen (um eine Einladung angehauen? Wer weiß..) wurde, war meine Entscheidung klar: Nur noch bei akuter Einsamkeit mit dem Shirt vor die Tür. Alles andere ist zu anstrengend.
Ich habe übrigens ausgeschlagen.
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2 Kommentare » | Winnipeg
20. August 2008 - 12:04 (961) Uhr
Okay, die Spiele funktionierten nicht. Aber trotzdem ist EnRoute in AirCanada-Flugzeugen klasse. News gabs zwar auch nicht, aber xm-Satellitenradio und Filme ohne Ende. Ohne Ende sogar in zweierlei Sinn: Es sind viele, sehr viele sogar und ich habe so lange mit dem System gespielt, dass ich 21 nicht mehr geschafft habe.
Was mich besonders beeindruckt hat: An jedem Platz, egal ob Business oder Economy, gabs EmPower- und USB-Stromanschlüsse. Dumm nur, dass ich den Fensterplatz in einer Dreierreihe hatte und mein Eee in oberen Gepäfach steckte.
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