Archiv für 29. Oktober 2007


Rassistencops in der Lüneburger Heide

29. Oktober 2007 - 11:31 (980) Uhr

Und nicht nur die Ordnungshüter, auch die manche Dörfler sind ziemlich eindeutig unangenehme Rassisten:
Da fährt ein Pärchen, nennen wir sie der Einfachheit halber Omar und Kathrin, in die Flitterwochen. Die Lüneburger Heide haben sie sich ausgesucht, ist schließlich schön und ruhig da. Und weil die Hochzeitsfeier etwas länger dauert, kommen die beiden erst abends in ihrem Ferienhaus an. Ohne Auto, denn die Dinger sind teuer und für ein frischvermähltes Paar oft entsprechend schwer zu finanzieren (ich kann mir meinen Piratenwagen auch nicht leisten, das ist aber eine längere Geschichte). Das war wohl genug für irgendjemanden in diesem Dorf, bei der Polizei anzurufen und vor potentiellen Terroristen zu warnen: Zwei orientalisch aussehende Menschen! Musel! Die müssen Dreck am Stecken haben!

Und was macht unsere Polizei? Das:

Omar rief unterdessen “Einen Augenblick, bitte” in Richtung Tür und schaute durch den Vorhang der vor der Glastür hing. “Polizei, bitte aufmachen” rief es von draußen. Omar schloss die Tür auf und öffnete die Tür, als die Polizei auch schon in das Haus stürmte. Omar hielt einen Arm vor die Tür mit der Bitte “Einen Augenblick, meine Frau zieht sich grade an”. Ein großer Polizist in schusssicherer Kleidung drückte seinen Arm weg und ein älterer grauhaariger Herr (der befehlsführende Beamte) hielt Omar seine Dienstmarke vor das Gesicht. Der große und zwei andere Beamte preschten in der Zeit voran in das Haus. Der ältere Herr kam mit Omar in den Wohnraum. In der Zeit hatte ich es noch geschafft, mich anzuziehen und ging auf den Beamten zu und streckte ihm meine Hand zur Begrüßung entgegen, was aber nicht erwidert wurde. Omar und ich mussten uns dann hinsetzen aufs Sofa, während das Haus durchsucht wurde. Mindestens zwei Beamte gingen nach oben in die Schlafzimmer und kamen nach einer halben Minute wieder nach unten. Ein Beamter schaute sich die Walsroder Tageszeitung an, die auf einem Tisch lag. Wir hatten sie am selben Tag in einem nahegelegenen Dorf gekauft. Wir können uns beide nicht erinnern, dass das Badezimmer durchsucht wurde.

Mich grausts. Das ist es, wovor ich Angst habe. Das ist es, was ich mit Sicherheitswahn meine. Das ist es, was mich zu meinem Engagement für die [http://www.piratenpartei.de](Piratenpartei) bewegt hat. Miese Rassisten, Staatsgewaltträger außer Rand und Band, Grundrechte als Fußabtreter. Ich bin sauer, ziemlich sogar. Omar und Kathrin haben daraufhin ihre Flitterwochen abgebrochen. Und eine Entschuldigung, gar eine pekuniäre, wie maloXP sie sich wünscht, wird es nicht geben. Nicht hier. Hierzulande werden solche Leute belohnt.

Abgezogen sind die acht Bull…ähm Einsatzkräfte übrigens mit folgendem Spruch:

“Leider haben wir tatsächlich ein Paar in ihren Flitterwochen gestört”

Die beiden haben die Geschichte übrigens selbst aufgeschrieben:
Omar
Kathrin

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