Rauschebart

Damals, 2004, hab ich mich mal bei der Henri-Nannen-Schule beworben. Journalist wollte ich werden und ein guter dazu. Vielleicht will ich das sogar immer noch, muss mich da mal eingehender befragen. Jedenfalls gehören zu so einer Bewerbung ein Kommentar, eine Reportage, der unvermeidliche Lebenslauf und eben auch ein Motivationsschreiben. Irgendwo hat mein werter Vater letzteres wieder ausgegraben und mir zugeschickt.

Ich war platt: Normalerweise sind mir Dinge, die ich geschrieben habe, nach kurzer Zeit unerträglich. Das geht mir schon mit älteren Blogeinträgen so - mit einem Text von 2004 sollte es mir also mindestens ebenso gehen, wenn nicht schlimmer. Aber:

Journalismus verpasste mir das Trauma meiner Kindheit:
Jedes Jahr kam er wieder, dieser rauschebärtige Geschenkebringer, der Weihnachtsmann. Sein Geheimnis war
es, das ich lüften wollte. Er sollte mein erster Interviewpartner werden, wurde aber die erste herbe Enttäuschung: Der Mann mit dem großen Sack auf dem Rücken war mein Vater.

Ich mag das auch heute noch. Grund genug, ein wenig stolz auf mich zu sein.

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Kategorie: Damals, Gemacht | Tags: ,


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