Sturmbloggen

Sturm ist angekündigt. Kyrill soll uns alle platt machen, mindestens aber der größte Sturm seit Jahren sein. Und ungefähr seit einer Dreiviertelstunde hier. Der ganze Pott rotiert dementsprechend: Die Straßen sind leer, es geistern Gerüchte von gesperrten Duisburger Brücken über den Campus und, ja, eine Straßenbahn fährt nicht mehr. Unwetterschaden, bevor das Unwetter überhaupt da ist. Draußen ist es jetzt zwar ordentlich böig, aber nicht in einem Maße, dass es ein gestandenes Nordlicht irgendwie erschrecken würde. Bestes Herbstwetter Mitte Januar, sozusagen.

Interessanter als das Wetter sind aber ohnehin die Menschen hier. Der Mann zum Beispiel, der sich unglaublich aufregte, weil die Straßenbahn nach Mülheim nicht mehr fährt - eben der verfrühte Unwetterschaden:

Da ist ein Ast auf die Schienen gefallen und die Bahn fährt nicht mehr! Lächerlich ist das! Früher da haben sie da Bomben draufgeschmissen und wir haben drüber gelacht! Gelacht haben wir! In zehn Minuten war das repariert - höchstens ne Viertelstunde! Die Züge fahren nicht? Das gabs nicht! Damals konnt ja auch jeder was, das waren alles Spezialisten!

Und so weiter. Leider war ich nicht in der Form, dem Mann passende Antworten zu geben - sehr schade; wieder eine Gelegenheit verpasst. Sehr gelacht habe ich trotzdem. Die Pottmenschen sind schon ein ganz eigener Schlag, etwas ganz besonderes. Ich seh übrigens grad, dass der Herr Knüwer ein Sturm-Blog veranstaltet. Das hier darf gern als ein Beitrag dazu verstanden werden.

Update (17:43): Der Wind hat aufgefrischt, vor allem der Regen lohnt sich jetzt. Spiele mit dem Gedanken, mich kurz draußen zu erfrischen, denn: Ein Monstersturm ist das nicht. Aber das Deutsche beim Wetter ohnehin Jammerlappen sind, habe in Lettland gelernt: Von da aus wirkte es ein wenig bizarr, dass in Deutschland wegen etwas Schnee (und viel Pfusch, zugegeben) Hallen einstürzen und großflächig der Strom ausfällt.

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