Archiv für 19. Juni 2006


Drei Stunden

19. Juni 2006 - 6:48 (742) Uhr

Also ditte war ein Wochenende, ich muss sagen…
Ihr merkt schon: Onkel Carsten erzählt eine Geschichte, also hinsetzen und zuhören!
Eigentlich fing das alles ganz unspektakulär am Freitag an. Freitags muss ich hier nicht den Internetheini für die Kinder spielen, da meine Schule ja zum Teil auch ein Internat ist und die Internetkinder zumeist auch Internatskinder sind, die aber am Wochenende lieber zu Mami und Papi heimfahren. Folglich komm ich Freitags früher aus dieser sympathischen Irrenanstalt raus. Drei oder vier Uhr statt acht, würd ich sagen. Und was macht man in Jurmala bei dem Wetter um die Zeit? Richtig! Es geht an den Strand! Natürlich vergisst man über so faszinierende Aktivitäten wie Zwei gegen Einen-Fußballspielen irgendwann die Zeit und damit auch die Party-Einladung für denselben Abend. Irgendwann, schon beim Aufbruch, stellte ich jedenfalls die schüchterne Frage nach der Uhrzeit. Oh Schreck! Halb acht! Gerade eine halbe Stunde hatte ich noch, um nach Riga in die Wohnung von Giulia und Rita zu kommen. Unmöglich, versteht sich - in der Zeit hätte ich es nicht einmal ins Zentrum geschafft. Aber wer meine Auffassung von deutscher Pünktlichkeit kennt, den wird es nicht überraschen, dass ich höchstens einen klitzekleinen, kaum messbaren Anflug von schlechtem Gewissen hatte, obwohl ich um zwei Stunden verspätet war.
Wie dem auch sei, ich hatte in ein Wespennest, besser: Italienernest, gestochen. Gleich vier davon auf einen Haufen ergab vor allem zweierlei: Lustige Schuldzuweisungen beim Mafia-Spielen und gutes Essen. Und, ehe ich es vergesse, eine dem Verzweifeln nahe Rita.
Nach einigen Navigationsanstrengen stießen dann sogar noch Kasiic (der hier, glaube ich, sogar schon Erwähnung gefunden hat. Viel früher…) und Fabian zu uns und irgendwann, spät in der Nacht, stand einer Minderheit dann der Sinn nach french bar. Genaugenommen waren es Rita, Fabian und meiner Einer, die dort dann für die letzten anderthalb Stunden auftauchten. Wiederum alles wie üblich: Vor Ort trifft man auf die üblichen Verdächtigen, trinkt das übliche Bier und findet sich auf den üblichen lächerlichen Fotos wieder (diesmal zu dritt auf dem Fenstersims). Erst danach geriet irgendwie alles aus den Fugen.

Da standen Rita und ich als einzig Verbliebene dann gegen fünf Uhr morgens vor der Tür zur french bar und stellten uns die Frage aller Fragen: Was tun? Wir kamen dann zu der Entscheidung Uns fiel letztlich nichts besseres ein, als Jannik vom Flughafen abzuholen. Der Gutste hatte nämlich in Deutschland ein WM-Spiel besucht und sollte irgendwann morgens wiederkommen. Gegen 6:30 waren wir dann am RIX - und sahen, dass sein Flieger um 9:30 landet. Sage und schreibe drei Stunden Wartezeit also. Naja, warum nicht? Man hat ja nichts besseres vor, so am frühen Samstag Morgen.

Ihr werdet fragen: Was tut man drei Stunden lang an einem Samstag morgen in einem quasi noch schlafenden Flughafen? Ich kann euch da leider auch nicht weiterhelfen. “Nichts” wäre schließlich keine befriedigende Antwort. Dafür aber zutreffend. Irgendwann trudelte dann Jannik ein, ganze 15 Minuten zu früh sogar! Völlig verdattert die Frage: “Was macht ihr denn hier? Ihr wartet doch auf wen anders, oder?”. Das nachdrückliche “Nein” verwirrte ihn dann noch mehr. So sehr, dass er um 11 Uhr zwei Flaschen Sekt kaufte und uns zu ihm einlud.

Die Flaschen haben er und ich dann letztlich allein geleert. Und ich hatte nicht mehr die Disziplin, wie geplant am selben Tag noch an den Strand zu gehen. Merkwürdig.

PS: Sollten in diesem Text zuviele neue Namen auftauchen, schiebts einfach meiner Faulheit zu. Dis passt dann scho’.

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BWL…

19. Juni 2006 - 3:55 (621) Uhr


…ist schließlich die akademische Manifestation von kleingeistiger
Bauernschläue.

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