Metaträuming
15. Mai 2006 - 3:48 (617) UhrEs ist heiß, die Atmosphäre ist schwitzig, in jeder Hinsicht und bester Heinz-Strunk-Manier. Die kleine Kneipe steht in irgendeinem ostdeutschen Dorf und wartet mit Tanzsaal und entsprechender Jugend auf. Carsten mittendrin, aus irgendeinem Grund wird hier Brittas Abschied gefeiert. Zum Wasserlassen gehe ich raus, begegne auf dem Weg nach draußen einer ostdeutschen Dorfglatze, halbwüchsig und dem Aussehen nach noch mitten im Stimmbruch. Die Ratte will sich vor ihrem Kumpel aufspielen und wirft mir einen spöttischen Spruch hinterher. „Öy, starker Mann“ oder so etwas in der Richtung, ich weiß es nicht mehr und hab es schon da nur halb verstanden (akustisch wie auch allgemein). Das Bengelchen dreht sich wieder zu seinem Mitidioten um, fest überzeugt, dass ich die Sache auf sich beruhen lassen werde. Ist ja sonst auch meine Art. Aber heute nicht: Auf dem Absatz kehrt gemacht, den Pimpf am Schlawittchen gepackt und ihm gewaltig böse nahegelegt, sowas doch in Zukunft zu unterlassen.
Draußen, auf dem Weg zurück vom Wasserlassen, begegnet er mir dann wieder. Wieder fällt ein doofer Spruch, aber diesmal bin ich humoriger aufgelegt und sage scherzhaft, man könne auch reingehen und das dort klären.
Irgendwann später, es war noch hell, begegnet mir der Wichtel dann wieder und wird beinahe gewalttätig. Solche Leute sind in solchen Umgebungen generell in Überzahl, also zieh ich ihm diesen Trumpf aus dem Ärmel. „Siehst du den da?“, frage ich und deute auf Fabrizio, der grad vorbeigeht. Der Nachwuchsrassist tut ahnungslos: „Den Nigger?“. Ich bin etwas perplex, ist doch weit und breit niemand, der auch nur ein Melanin-Molekül über dem dunkeldeutschen Durchschnitt läge: „Nein, den Punk“. Und dann hab ich ihm noch klar gemacht, dass beim nächsten Satz seinerseits dreißig davon vor der Tür stünden. Was dann mit ihm passiere, könne er sich ja denken. Carsten findet sich klug.
Als dann der mindestens vier Meter große Comicwirt die Party (irgendein Pärchen hat die verbotene Tür in der Garderobe geöffnet) mit Gewalt räumt (und meine Brille wahrscheinlich kaputt macht), wacht Carsten auf.
Zumindest fast. Er versucht dann nämlich, das Ganze zu blocken, scheitert aber daran, dass er das Notebook nicht aufklappen kann. Das ist nämlich irgendwie mit dem Handy verschmolzen und lässt sich jetzt in mindestens acht Dimensionen klappen und hat vier Displays. Die Verwirrung endet erst, als Claudia anruft.
Und die nächste beginnt: Kann man in Traum b) realisieren, dass Traum a) nur ein Traum war? Und sich dessen erinnern, sich darauf beziehen, ja davon träumen, geträumt zu haben? Und hab ich den ersten Traum wirklich gehabt oder hab ich das nur – geträumt? Und ist sowas schonmal irgendwem anders passiert?

