Schwindlig
Revolution heißt Umdrehung. Und so häufig, wie man den Begriff heutzutage liest, scheint sich alles so schnell zu drehen, dass einem schon vom Zusehen schwindlig werden müsste.
Zum Beispiel war sich gerade Stefan Niggemeier, seines Zeichens Autor der FASZ und bei Bildblog nicht zu schade, wieder einmal von der digitalen Revolution zu schreiben. Er kaut darin all die Mythen wieder, die man seit der Erfindung des www immer wieder hört:
Die Tage, in denen eine Handvoll Leute bestimmen konnte, was wir hören, sehen, lesen, sind gezählt. In naher Zukunft werden wir alle Programmdirektoren und Chefredakteure sein.
Das sagte man schon, als an Blogs und “Web 2.0″ noch keiner gedacht hat und es wird wahrscheinlich auch bei Web XP noch wiederholen.
Wobei man einräumen muss: Zumindest die Blogs haben einen gewissen Einfluss gewonnen. Sehr speziell, sehr gering, aber bestimmte Themen wurden erst von der Blogosphäre so richtig angestoßen, zum Beispiel der ganze Trubel rund “Du bist Deutschland”, Jean Remy von Matt und Klowände. Und genau an diesem Punkt zeigt sich, warum Stefan Niggemeiers Beitrag keinesfalls für die Tonne ist: Diesen Einfluss schildert er nämlich treffend und auch, warum und inwiefern die traditionellen Medien versagen, wenn es darum geht, sich darauf einzustellen:
inige Versuche von Zeitungen, den Hype um Blogs nicht zu verpassen, sind Zeugen eines großes Mißverständnisses. Das Neue an dieser Technik ist nicht, daß Journalisten nun auch unter der modischen Rubrik “Blog” Artikel schreiben können, die dann statt in der Zeitung im Internet erscheinen. Neu ist die Möglichkeit, ungefiltert, mutig und schnell zu schreiben, Nicht-Journalisten eine Stimme zu geben, in einen echten Dialog mit Lesern einzutreten, auf andere Seiten zu verlinken und zu reagieren.
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