Graue Haare und Falten
Genau danach werde ich von jetzt an jeden Tag suchen müssen. Das zarte Teenageralter und meine Jugend, die ich doch tatsächlich für ewig hielt, habe ich hinter mir gelassen und die dritte Dekade meines nun nicht mehr gar so jungen Lebens betreten.
Manche Quellen besagen, dass mir demnach nur noch sieben Jahre verbleiben. Zumindest, wenn ich “Live fast, die young” zu meinem Lebensmotto mache und Rockstar werde. Nichtsdestotrotz ließe sich aber die Geburtstagsfeier, mit der ich mir den Eintritt in den neuen Lebensabschnitt versüßt durchaus unter diesem Motto zusammenfassen: 15-20l Wodkabowle vom Feinsten, das Bier vom Fass, ähhh… Fässchen, und ungezählte, von freundlichen Gästen mitgebrachte Spirituosenflaschen, hervorzüglichen original mexikanischen Tequila mit eingeschlossen, trugen dazu bei, dass ich an diesem Abend biologisch vielleicht etwas beschleunigt gealtert bin.
Das schmälert den Erfolg der Party aber nicht: In meinem/unserem (Julius nächtigt/wohnt/lebt da ja auch) Zimmer waren sage und schreibe 21 Leute aus acht verschiedenen Nationen versammelt. Lasst mich eine komplette Aufstellung versuchen:
- Lettland
- Spanien
- Schottland
- Frankreich
- Italien
- Deutschland
- Griechenland
- Mexiko
Das sind, ähem, acht und damit alle. Wunderbar, nicht?
Den gesamten Verlauf der Party wiederzugeben wäre müßig und wegen der schieren Menge an Leuten wohl auch unmöglich. Also belasse ich es bei ein paar Highlights. Wie zum Beispiel dem Einkauf vorher. Beinahe 50kg Lebensmittel und Alkohol im Wert von 33Ls, die Julius und ich dann durch die Stadt schleppen durften, um dann daraus Kartoffelsalat (der begegnet uns noch wieder) und beste Wodkabowle zu bereiten. Oder die Geschenke, die von unfassbar makaberen Holzmodellen (ob ich die hier noch ausführlicher dokumentiere, muss ich ich noch mit meinem Anwalt besprechen…) bis hin zum vielleicht überraschensten Geschenk überhaupt: Ein Bild. Nicht irgendeines, aber von irgendwem. Und diese Kombination ist es, die das Ganze so besonders und überraschend macht. Das Bild ist nämlich ein Selbstgemaltes, ein Original sozusagen. Die Künstlerin ist Evija und war unter den Gästen. Ein selbstgemaltes Bild ist ein wundervolles, geniales Geschenk, zumal wenn es noch so gut ist (Foto kommt demnächst), aber es ist irgendwie nicht das, was man von jemand vollkommen fremdem (und Evija und ich sind uns vor der Party am Samstag noch nie begegnet, nicht in diesem Leben und auch in keinem vorigen) erwartet, oder? Das ist jetzt keine Beschwerde, ich versuche lediglich deutlich zu machen, wie sehr ich geplättet war. Und, ach ja, irgendwie habe ich mehr als einmal Müsli, genauer: Schokomüsli, bekommen. Woran wohl das liegen mag?
Naja, beendet haben wir den Abend dann in der french bar - aber das ist jetzt wirklich keine Überraschung, oder?
Apropos: Ein ausgesprochen überraschtes Gesicht machte Julius am nächsten Morgen, als vom verbliebenen Kartoffelsalat frühstücken wollte. Der war nämlich über Nacht mangels Kühlung sauer geworden. Mir fehlen die Worte, den Geruch zu beschreiben, der dadurch nach und nach die ganze Wohnung erfüllte…
Alles in allem hatte ich selten soviel Spaß auf einer meiner Geburtstagsfeiern. Und weiß eines: Das wird wiederholt!
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Kategorie: Lettland und EVS


am 2. Februar 2006 um 14:51 Uhr | #
Und zwar bis du tot bist! HEHEHE
am 2. Februar 2006 um 15:17 Uhr | #
Die sieben Jahre halt ich auch noch durch.
Ach nee, bin ja gar kein Rockstar - hab ich jetzt mehr oder weniger?
Egal! Jetzt wird erstmal auf der Luftgitarre gerockt! Tune in!