Geschichte erleben
11. Dezember 2005 - 5:29 (728) UhrIch habe heute den langen Sonntag (lang, da ich gestern abend ganz brav daheimgeblieben und bereits gegen 12 ins Bett gegangen bin und heute somit relativ früh relativ fit war) produktiv genutzt, um mich etwas im Sightseeing zu ergehen. So würdigte ich endlich das Okkupationsmuseum eines Besuches… Und bin wirklich bewegt. Nachdem mich ja schon “Das Archipel Gulag” ein recht intensiv auf diese Thematik vorbereitet hat, war es umso schockierender, eine nachgebildete Gulagbaracke zu sehen, sich darin Dutzende von Menschen auf, unter und neben den Pritschen liegend, vorzustellen…
Wobei das Ganze nicht frei vom allgegenwärtigen lettischen Nationalismus ist. Da kämpften die lettischen Soldaten stets heldenhaft, da waren ausgerechnet die lettischen Gefangenen diejenigen, die trotz Klotonne, Spitzelsystem und NKWD-Folter auch bei -40 Grad Celsius sich noch die Menschlichkeit bewahrt haben…
Nun ja, davon abgesehen ist das Museum auf jeden Fall einen Besuch wert - oder sogar zwei, denn es ist eine ganze Menge Material, das einen in diesem schwarzen Klotz erwartet und es mag daher empfehlenswerter sein, sich den Besuch auf zwei Tage aufzuteilen.

