Und wieder ein Wochenende…
16. Oktober 2005 - 4:30 (645) UhrSodele, Carsten hat sich mal wieder aus Langeweile in ein Internetcafe zurueckgezogen und nutz sogleich die Gelegenheit, euch mit einem weiteren Eintrag in dieses wunderbare Tagebuch zu begluecken.
Das letzte Mal berichtete ich euch von meinem Besuch im Zen, nicht wahr? Anscheinend hat es dabei eine Menge Missverstaendnisse gegeben, zumindest wenn ich die Menge der Sorgenbekundungen angesichts meines Alkoholkonsums danach betrachte. Darum noch mal in aller Deutlichkeit: Ich habe da zwar viel getrunken, aber nur Tee! Gruenen Tee mit Pflaumenblueten, um genau zu sein.
Feuchtfroehlicher gefeiert habe ich dagegen am Freitag, wieder in der altbekannten Besetzung und an den altbekannten Orten: Irish Pub, Tequila Boom und belle epoque. Aber eine Party am Wochenende wird mir doch noch vergoennt sein, oder?
Am Samstag war ich dann zwar auch wieder los, allerdings haben wir es ruhig angehen lassen. Ich hatte zwar immerhin ein Bier, aber war schon vor zwoelf wieder daheim. Wobei auch der Kater, der mich den gesamten Samstag Nachmittag gequaelt hat, eine Rolle gespielt haben duerfte. Ueberhaupt ist das hier mit dem Kater so eine Sache: So ausgepraegt hab ich den in Deutschland naemlich nicht erlebt. Was am Deutschen Reinheitsgebot liegen duerfte. Hier ist es naemlich erlaubt, Bier mit Zusatzstoffen zu versehen, was auch getan wird. Besonders meine Lieblingssorte, Aldara Zelta, glaenzt durch einen kopfwehverursachenden Zuckeranteil. Hier heisst es also massvoll zu geniessen. Nur so als Hinweis fuer euch, falls es euch mal hierher verschlaegt.
Dann waere da noch eine Begebenheit, die ich euch schon seit langem berichten wollte, aber immer wieder vergessen habe. Und zwar geht es um die aeusserst faszinierenden Menschen, die man hier so trifft. Zum Beispiel den Chorkollegen von Bruno, meinem Kollegen und Mitbewohner (der Alki). Dieser Chorsaenger, im Hauptberuf Zollbeamter, ist mindestens sechzig und, naja, erfuellt scheinbar alle Klischees eines alternden Beamten, inklusive des Musikgeschmacks - siehe Chormitgliedschaft. Als er mich dann fragte, was fuer Musik ich denn so hoere und ich wahrheitsgetreu auch Reggae erwaehnte, ging ein Strahlen ueber sein Gesicht. “Auch Reggae?” - “Ja, klar!” (er spricht ziemlich gut Deutsch). Und dann erzaehlte er mir, dass er von Reggae ne zeitlang die Schnauze ziemlich voll hatte. Als er naemlich anlaesslich eines fuenftaegigen Festivals auf Jamaika war und da nonstop mit feinster Offbeat-Musik beschallt wurde. Allerdings sei das schon wenig spaeter wieder verflogen gewesen… Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass ich einigermassen baff war.
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