Ommm!
13. Oktober 2005 - 9:53 (370) UhrSo, um euer aller Befuerchtungen nochmal anzuheizen: Gestern waren wir ja in diesem japanischen Shisha-Restaurant. Und da hab ich gesoffen, sowas habt ihr noch nicht gesehen. Ich konnte gar nicht mitzaehlen, wieviele das waren. Aber das liegt hauptsaechlich daran, dass Tee nach japanischem Ritual in unfassbar kleinen (ca. ein Schluck…) Schuesselchen serviert wird. Genaugenommen wird er ja in einer Kanne serviert, aber es waere ja auch dreist, jeden Schluck einzeln bestellen zu muessen.
“Zen” heisst der Laden uebrigens und ist bis jetzt das gemuetlichste Lokal hier. Beim Hereinkommen tauscht man, echt japanisch, die Strassenschuhe gegen Filzpantoletten ein, luemmelt sich danach zu ausgesprochen entspannter Musik um einen Tisch auf Kissen am Boden und geniesst Wasserpfeife und Tee. Sehr entspannend, wenn auch etwas teurer (so eine Kanne Tee kostet um die 3 Lats, eine Wasserpfeife kann bis zu 8 Lats kosten), aber mit mehreren Leuten wirds dann doch ertraeglich. So hatte ich gestern nen echt entspannten Abend fuer nicht mehr als 2,70 Lats.
Als dann gegen 23 Uhr Aufbruchstimmung aufkam, kam von Seiten der ueblichen Verdaechtigen der Vorschlag, doch noch ins Kardinals, jenen spottbilligen Karaoke-Laden, zu gehen. Ich habe es jedoch vorgezogen, meinen Bus noch zu erwischen und mich gen Wohnung aufgemacht. Wo ich dann jemand anderen sturztrunken aufgefunden habe: Bruno, Eigentuemer und Bewohner jener Wohnung, nebenbei noch Kollege und Alkoholiker, war in seinem Stuhl vor dem Fernseher eingepennt. Dummerweise steht der Fernseher nur in meinem Zimmer. Wenigstens liess er sich dann problemlos vertreiben - und heute morgen hab ich den Fernseher erstmal in sein Zimmer transferiert, womit solche Ereignisse wohl erstmal der Vergangenheit angehoeren duerften.
Trotzdem, so ist nun einmal das Freiwilligenschicksal in so einem Land, sind die Wohnverhaeltnisse natuerlich nicht ganz befriedigend. Nicht nur fuer mich natuerlich, alle anderen Freiwilligen, mit denen ich gesprochen habe, leben auch in einem zum Dauerzustand verkommenen Provisorium. In der gemuetlichen Runde gestern kam dann die Idee auf, dem entgegenzutreten und Initiative zu zeigen. Warum sollten beispielsweise nicht einfach drei oder vier Freiwillige sich gemeinsam eine Wohnung suchen? Wegen der Moeblierung will ich jetzt keine Einwaende hoeren - was ausser einer Matratze und einem Loch im Boden braucht ein Freiwilliger schon?
Wir werden die geeigneten Massnahmen ergreifen, da seid euch sicher. Und ihr werdet davon hoeren.
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