Kurze Zwischenmeldung
12. Oktober 2005 - 7:00 (750) UhrEigentlich hatte ich heute gar keinen Eintrag geplant… Aber da ich jetzt doch mehr Zeit habe, als urspruenglich geplant, nutze ich die Gelegenheit, um mich mit einem weiteren Beweis meiner literarischen Veranlagung zu ergoetzen. Und das Ganze fix-fix, denn gleich treff ich mich mit Britta, einer italienischen Freiwilligen und Georgos zum Sheesha-Rauchen in einem japanischen (!) Lokal. Wird sicher eine aeusserst exotische Erfahrung… Naja, wie schon so oft versprochen: Ich werd drueber berichten.
Gleiches tu ich jetzt auch ueber den gestrigen Abend. Den hab ich naemlich nicht, wie urspruenglich geplant, daheim mit der Uebersetzung von Profits of Fear verbracht. Viel mehr klingelte, kaum dass ich an der heimischen Haltestelle aus dem Trolleybus ausgestiegen war, mein Telefon. Georgos war dran und lud mjich ein, noch auf ein, zwei Bier in die City zu kommen. Da kann man natuerlich nicht nein sagen… Aber bevor jetzt allgemeine Sorge ueber meinen Alkoholkonsum ausbricht: Es ist bei den ein, zwei Bieren geblieben. Ich bin schon um elf, also weit vor dem letzten Bus, nach Hause. Ganz brav:)
Heute hab ich dann endlich meine Bewerbung fuer das Seminar in Kiew fertigbekommen und abgeschickt. Es handelt sich dabei um ein Jugendforum zum Thema Menschenrechte, wobei das Ganze recht schwammig ist. Drueckt mir die Daumen, dass ich euch dann genaueres berichten kann! Ausserdem habe ich heute mit dem Visaantrag angefangen. Ich hab noch nie so einen verdammt umfangreichen, komplizierten und widerspruechlichen Fragebogen gesehen. Sollte ich aufgrund eines Formfehlers hochkant aus dem Land geworfen werden, sag ich euch ebenfalls Bescheid - persoenlich. Wenn ich mir die hiesige Buerokratie, die es in diesem Fall locker mit der deutschen aufnimmt, so anschaue, ist das gar nicht mal so unwahrscheinlich: Als Marija die anrief, um genaueres ueber das Verfahren zu erfahren, lautete die erste Auskunft, dass ich zurueck nach Deutschland zu fliegen haette, weil das von hier aus nicht ginge. Denkt euch euren Teil dazu…
Da ich gerade am Schwadronieren bin: Mein Schwesterherz Miriam (das Meerschweinchenfrauchen) hat mir ja, genial wie sie nun einmal ist, den Molwanien-Reisefuehrer zum Abschied geschenkt. Es ist unvorstellbar, wie sehr der auf dieses Land passt. Nein, Lettland ist keine Vorhoelle ala Molwanien, sondern wunderbar, aber es sind die kleinen Details, die einen immer wieder stutzen lassen. Zum Beispiel die Nationalhelden oder Sportgroessen, die Trolleybusse oder Taxifahrer, die in einem dann immer wieder dieses urige “In Osteuropa ist alles moeglich”-Gefuehl aufkommen lassen.
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