Archiv für Oktober 2005


Noch eine schlechte Nachricht

28. Oktober 2005 - 10:19 (388) Uhr

Der kleine Racker Eddie ist verstorben. Einen Tag vor seiner geplanten Kastration hat ihn eine Lungenentzündung dahingerafft. Er war wohl einfach zu klein und schwach für diese rauhe, harte Welt. Die Trauer ist groß, selbst hier in Riga.

Naja, um die Stimmung hier nicht gänzlich ins Depressive abrutschen zu lassen, noch eine kleine Notiz, die ich bei meiner Wochenendschilderung vergessen habe. Und zwar, nur die wenigsten wird es überraschen, mein erster Kontakt mit den lokalen Authoritäten. Zuvor solltet ihr zweierlei wissen: Erstens ist es im belle epoque teils unerträglich voll und laut und zweitens ist es hier verboten, auf offener Straße Alkohol zu konsumieren. In meinem Falle ergänzten sich beide Umstände zu einem Strafzettel in Höhe von 10Lats. Uns war es nämlich im belle epoque zu voll und laut, sodass wir samt unserer Biere vor die Tür gingen. Naja, irgendwann waren die Biere dann leer, nach und nach ging es dann wieder rein und irgendwie betrug es sich, dass ich letzter war. Also nahm ich die verbliebenen Biergläser an mich und machte mich auf den Weg zurück ins Lokal. Naja, dort bin ich dann nicht sofort angekommen, sondern erst nach einem netten Plausch mit zwei Polizisten, die mir dann jene 10Lats berechneten.

So what? Selbst Schuld, schätze ich;)

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Frost und sonst so

27. Oktober 2005 - 3:08 (588) Uhr

So, in den letzten Tagen hab ich mein Prinzip umgekehrt: Viel erlebt und wenig geschrieben. Aber eines nach dem anderen…

Freitag und Samstag war ich feiern - welch eine Überraschung. Natürlich wars lustig etc., aber trotzdem werd ich mich bei den Details kurz fassen. Bin nämlich gerade unmotiviert.

Also, Freitag waren wir zum ersten Mal in diesem Studentenladen, der angeblich durch gute Livemusik glänzt. Ich hatte ja was in Richtung Hafenklang erwartet oder zumindest erhofft, aber zumindest da war das ne ganz normale Disko. Naja, lustig wars trotzdem und ich nichtmal betrunken, was mich vor dem Hangover am nächsten Tag rettete. Da brauchte ich nämlich all meine Kräfte, da Antoine, der Franzose vom OnArrival-Seminar sich angekündigt hatte. Zusammen mit ihm und einer Menge anderer FranzosInnen -fragt mich nicht, wo die alle herkamen- zogen wir dann um die Häuser, haben lecker Pizza gegessen etc.pp. Trotzdem bin ich wieder recht nüchtern geblieben und war sogar schon früh, will sagen so gegen drei oder vier, wieder daheim.

In der darauffolgenden Sonntagnacht erholte ich mich dann von den Folgen dieses Wochenendes…

Naja, eigentlich hatte ich darauf ja eine geruhsame Woche geplant, aber als Paul, der katalanische Traveller, nach dem Sprachkurs dann vorschlag, man könnte doch gemeinsam noch auf ein Bier in den Irish Pub gehen, war der Vorsatz gefallen… In derselben Nacht hatten wir hier übrigens den ersten Frost dieser Saison, nur so am Rande.

Am Dienstag dann bekam ich gleich vier SMS, was ich davon hielte, noch auf eine Shisha und ein Bier loszugehen. Okay, Shisha hat mich gleich begeistert, die Begeisterung fürs Bier, bzw. den Tequila, kam dann draußen: Stürmisch, kalt, nass… Ja, so nass und kalt, dass der erste Schnee fiel. Naja, der Abend endete dann wesentlich exzessiver, als ursprünglich geplant. Und kostete mich neben ner Menge Geld mein Handy. Selbst schuld… Fakt ist jetzt jedenfalls, dass ich erstmal ne Pause brauche.

Das “depressed” steht da unten übrigens nicht wegen des erlittenen materiellen Verlustes, sondern wegen schlechter, sehr schlechter Neuigkeiten von einer ausgesprochen guten Freundin, die ich hier wohl nicht öffentlich darlegen sollte.

EDIT: Da hat sich wohl ein fataler freudscher Fehler eingeschlichen: Ich sprach nicht von einer schlechten, sondern einer ausgesprochen guten Freundin… Sorry!

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Eddie!

21. Oktober 2005 - 12:25 (475) Uhr

Viel ist nicht passiert seit meinem letzten Eintrag, aber heute morgen fand ich dann einen Hammer in meinen eMails: Neue Bilder von unserm guten Eddie! Er ist ne Wucht!

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Und noch so ein lustiges Blogdingens:

You’re A Passed Out Drunk

Drinking gives you that warm fuzzy feeling, until you’re thrown in the back of a police car…
What Kind of Drunk Are You?

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Gute Neuigkeiten!

19. Oktober 2005 - 12:03 (460) Uhr

So, bevor ich zu den grossartigen Neuigkeiten komme, erstmal ein kurzer Abriss des gestrigen Tages… Naja, weniger ein Abriss, als die blosse Angeberei mit meinem luxurioesen Lebensstil (abgesehen von der schmalen Liege und der nicht funktionierenden Toilette, die mit einer Zange in ca. 7,5Sek. zu reparieren waere. Allerdings findet sich sowas in Brunos Haushalt nicht, da er, nach eigener Aussage, gaenzlich unpraktisch ist. Jetzt wirds also ein Klempner richten muessen..), der mich gestern wieder in dieses, nebenbei glaeserne, Teehaus verschlagen hat. Wie erwaehnt, war gestern ja einer dieser besonders schoenen Herbsttage und umso gemuetlicher war es dann, mich in der oberen Etage in ein Sofa mit Panoramablick zu luemmeln, die letzten Sonnenstrahlen und einen guten Schluck Tee zu geniessen und mich anschliessend bei der Lektuere des aktuellen Spiegel zu bilden.

“Bilden” ist ein gutes Stichwort. Ich habe heute morgen naemlich ein Paket von meiner Schwester bei der Post abholen koennen. Darin fand sich sich dann gleich zweierlei Lektuere: Einmal eine franzoesische Ausgabe von Karl Marx’ “Kapital”, die zu lesen mir derzeit zwar unmoeglich ist, die sich dafuer aber umso besser auf jedem Regal machen duerfte. Dazu noch ein Ausgabe des “neuen Buch von dem Juergs”, “Der Tag danach”. Der Titel ist mir schon in den Spiegel-Bestsellerlisten aufgefallen und jetzt, so mir-nichts-dir-nichts, landets bei mir in der Post. Hochwertiges Lesefutter fuer bestimmt zwei Wochen und zum danach immer wieder nachschlagen. Ums auf einen Punkt zu bringen: <center><div style=”border: 3px groove; border-top-color: grey; border-left-color: grey; border-bottom-color: lightgrey; border-right-color: lightgrey; font-weight: bold; font-size: 120%; color: white; background-color: darkblue; text-align: center; width: 150px;”>Danke, Schwesterherz, du bist die Beste!</div></center>

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Relaxed durch den Herbst

18. Oktober 2005 - 10:34 (398) Uhr

Heute ist einer dieser Tage, von denen ich gestern geschwaermt habe: Sonnig, kalt, herbstlich und dazu die wundervollen Rigaer Parks in allen Farben. Dazu ein bisschen gute Musik in den Ohren (ach ja, noch ne unbedeutende Neuigkeit: Habe mir Freitag Mickeymausohren zugelegt, um endlich Musik hoeren zu koennen und den MP3-P{layer nicht nur als Ballast dabei zu haben. Jetzt macht sogar Trolleybusfahren Spass!) und ab dafuer. Besser gehts kaum.

Es sei denn, man erwischt einen Tag wie ich gestern. Da war es zwar, wie erwaehnt, eher duester, aber ich bin trotzdem, von guter Musik (Gentleman, Sam Ragga, Ki Sap, ja sogar ein wenig La Boom) beschallt durch einen (es gibt hier, glaub ich, insgesamt sieben) Park geschlendert, hab mich dann im gestern bereits erwaehnten Teehaus niedergelassen, mir ein Kaennchen “Jamaikas Kokteilis”-Tee gegoennt (Klasse, wie die hier alles transskribieren, oder? Ratet mal, was eine Stript?zšovs ist…) und im Hitchhikers’s weitergelesen. Gut, die Lettischstunde darauf war dann nicht ganz so entspannend, eher kompliziert und verwirrend, aber der kroenende Abschluss steht ja noch aus.

Den bildete naemlich eine gemuetliche Runde im altbekannten Zen bei zwei guten Shishas mit Guy und Georgos und wieder einer guten, grossen Kanne Tee.

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Herbst

17. Oktober 2005 - 2:36 (566) Uhr

So langsam wirds richtig herbstlich hier: Kalt, dunkel, ungemuetlich. Aber nichtsdestotrotz eine wunderbare Zeit, Riga zu sehen: All die Parks werden bunt, es wehen Blaetter umher und wenn sich dann doch mal ein Sonnenstrahl hierher verirrt, ist es wirklich wunderschoen. Es gibt in einem der Parks ein Teehaus, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick haben soll. Wenn das mal nicht verlockend klingt: Im Warmen bei einer guten Tasse heissen Tees das Herbstpanorama geniessen. Ich glaub, ich weiss, wo ich heute die Zeit vor dem Sprachkurs verbringe;)

Ach ja, hab mich mal wieder mit so einem kleinen Blogdingens vergnuegt, thematisch passend:

You Are Apple Cider

Smooth and comforting. But downright nasty when cold.
What Part of Fall Are You?

<div align=”left”>Gar nicht mal so unpassend, vor allem das Fazit!
</div> </div>

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Schon wieder Neuigkeiten!!

17. Oktober 2005 - 10:11 (382) Uhr

Diesmal aber nicht wirklich viel. Lediglich die eine bedeutende Nachricht, dass mein Lesefutternotstand vorerst beseitigt ist. Habe mir naemlich gestern abend eine Kopie des “Hitchhikers Guide to the Galaxy” zugelegt. Bis jetzt ganz angenehm und stellenweise wirklich erheiternd (mindboggling), allerdings befuerchte ich, den spaetestens morgen Abend durchgelesen zu haben. Samt saemtlicher Anhaenge den Film betreffend…

Naja, heute kommt ja ein neuer Spiegel raus, der dann spaetestens morgen hier zu haben ist;)

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Und wieder ein Wochenende…

16. Oktober 2005 - 4:30 (645) Uhr

Sodele, Carsten hat sich mal wieder aus Langeweile in ein Internetcafe zurueckgezogen und nutz sogleich die Gelegenheit, euch mit einem weiteren Eintrag in dieses wunderbare Tagebuch zu begluecken.

Das letzte Mal berichtete ich euch von meinem Besuch im Zen, nicht wahr? Anscheinend hat es dabei eine Menge Missverstaendnisse gegeben, zumindest wenn ich die Menge der Sorgenbekundungen angesichts meines Alkoholkonsums danach betrachte. Darum noch mal in aller Deutlichkeit: Ich habe da zwar viel getrunken, aber nur Tee! Gruenen Tee mit Pflaumenblueten, um genau zu sein.

Feuchtfroehlicher gefeiert habe ich dagegen am Freitag, wieder in der altbekannten Besetzung und an den altbekannten Orten: Irish Pub, Tequila Boom und belle epoque. Aber eine Party am Wochenende wird mir doch noch vergoennt sein, oder?

Am Samstag war ich dann zwar auch wieder los, allerdings haben wir es ruhig angehen lassen. Ich hatte zwar immerhin ein Bier, aber war schon vor zwoelf wieder daheim. Wobei auch der Kater, der mich den gesamten Samstag Nachmittag gequaelt hat, eine Rolle gespielt haben duerfte. Ueberhaupt ist das hier mit dem Kater so eine Sache: So ausgepraegt hab ich den in Deutschland naemlich nicht erlebt. Was am Deutschen Reinheitsgebot liegen duerfte. Hier ist es naemlich erlaubt, Bier mit Zusatzstoffen zu versehen, was auch getan wird. Besonders meine Lieblingssorte, Aldara Zelta, glaenzt durch einen kopfwehverursachenden Zuckeranteil. Hier heisst es also massvoll zu geniessen. Nur so als Hinweis fuer euch, falls es euch mal hierher verschlaegt.

Dann waere da noch eine Begebenheit, die ich euch schon seit langem berichten wollte, aber immer wieder vergessen habe. Und zwar geht es um die aeusserst faszinierenden Menschen, die man hier so trifft. Zum Beispiel den Chorkollegen von Bruno, meinem Kollegen und Mitbewohner (der Alki). Dieser Chorsaenger, im Hauptberuf Zollbeamter, ist mindestens sechzig und, naja, erfuellt scheinbar alle Klischees eines alternden Beamten, inklusive des Musikgeschmacks - siehe Chormitgliedschaft. Als er mich dann fragte, was fuer Musik ich denn so hoere und ich wahrheitsgetreu auch Reggae erwaehnte, ging ein Strahlen ueber sein Gesicht. “Auch Reggae?” - “Ja, klar!” (er spricht ziemlich gut Deutsch). Und dann erzaehlte er mir, dass er von Reggae ne zeitlang die Schnauze ziemlich voll hatte. Als er naemlich anlaesslich eines fuenftaegigen Festivals auf Jamaika war und da nonstop mit feinster Offbeat-Musik beschallt wurde. Allerdings sei das schon wenig spaeter wieder verflogen gewesen… Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass ich einigermassen baff war.

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